Es war einmal das unglaublich große Universum, in dem die Magier Zuhause waren. Es gab unzählige von ihnen und sie waren wirklich ziemlich machtvoll. Alles, was sie sich wünschten, wurde Wirklichkeit. Hatte zum Beispiel ein Magier gerade Lust auf Erdbeeren, erschien ihm sofort eine große Schale davon vor seiner Nase und er konnte sie sich schnurstracks einverleiben. Auch Häuser oder Paläste bauten sie sich in Sekundenschnelle. Fahrzeuge benötigten sie nicht, denn mit einem Wimpernschlag konnten sie sich von einem Ende des Universums zum anderen teleportieren. Es gab kein Leid und keine Schmerzen bei den Magiern, denn sollte einer zum Beispiel stolpern oder sich anderweitig verletzen, so konnte er sich augenblicklich heilen. Aber Heilen an sich war natürlich gar nicht erst nötig. Es gab nämlich nicht einmal die kleinsten Verletzungen, denn diese Wesen konnten mit ihrer Magie sogar in die Zukunft schauen und sahen den Stein schon vorher, über den sie eventuell gestolpert wären. Die Magier hatten alles und wussten alles. Ach ja, und sie waren natürlich unsterblich. …Man braucht nun wirklich kein Hellseher zu sein, um zu erahnen, dass es den Magiern schnell langweilig wurde. Und so erfanden sie zwangsläufig allerlei Dinge, mit denen man ganz neue Sachen erleben konnte, die noch nie jemand erlebt hatte. Oder Dinge mit denen man Dinge lernen konnte, die noch nie jemand gewusst hatte! Um solche Dinge zu erfinden musste man allerdings äußerst kreativ sein.

Einer dieser Erfinder hieß Monk Heidenmeister. Monk baute einen kleinen Raum, mit zwei Türen und nannte ihn „das kleine Universum der Illusionen“. Illusionen waren Monks Spezialität. (Illusion, das ist Magie, die einem vorgaukelt, dass etwas anders ist, als es in Wirklichkeit ist.) Die meisten Magier verstanden die Vorzüge nicht, mit so einer Art von Magie zu arbeiten, und deshalb kam sie im Magieruniversum nicht allzu oft zum Einsatz.

Da alle Magier natürlich schon vorher wussten, was Monk gebaut hatte, musste er ihnen natürlich nicht erklären, wie seine Erfindung funktionierte. Schon bildete sich eine lange Warteschlange vor der Eingangstür zum „kleinen Universum der Illusionen“ und jeder Magier wollte es mal ausprobieren. Da Du, lieber Leser, (wahrscheinlich) nicht weißt, was es mit diesem Raum auf sich hatte, möchte ich es Dir schnell erklären: Wenn ein Magier durch die Tür in den Raum ging, verlor er sein komplettes Gedächtnis und er wusste nicht mehr, wer er ist. Dann musste er eine Reise antreten, die bei einem kürzer dauerte und beim anderen länger. Auf der Reise erlebte er viele Freuden aber auch viel Leid, aber das war es wert. Außerdem musste er viele Rätsel lösen, bis er sich am Ende der Reise wieder ganz und gar erinnerte, dass er in Wirklichkeit ein mächtiger Magier war und dass das kleine Universum, in dem er sich befand nichts weiter war, als eine Illusion. In diesem Moment der Erkenntnis erschien die Ausgangstür vor ihm und er konnte den Raum wieder verlassen. Manche blieben aber auch länger im Raum, weil es ihnen so viel Freude machte, den anderen zu helfen, ihr Gedächtnis zurückzugewinnen. Denn einige hatten sich ganz schlimm in diesem Raum verirrt und diese konnten einem wirklich leidtun.

Die Magier gingen also durch die Eingangstür in das illusionäre Universum und kamen meistens schon nach wenigen Sekunden durch die Ausgangstür wieder heraus. „Wow, was für ein Ritt!“ sagte Rudolf Hotzenmeister und er fragte seine Kollegen, wie lange ihre Reise gedauert hatte. Frieder Apfelmeister sagte: „6478 Jahre! Ich war ein Kriegsführer und etwas später wurde ich als eine bekannte Bäckermeisterin wiedergeboren. Zum Schluss war ich ein richtig feiner Bettler und Geschichtenerzähler!“ „Oh ja, an deine Laugenbrezeln kann ich mich erinnern, ich habe eine davon als kleiner Junge von meinem Vater an einem kalten Wintertag geschenkt bekommen. Es war eine wichtige Station auf meiner Reise und wirklich unbeschreiblich schön. So etwas habe ich noch nie erlebt! Ich glaube, ich werde nie wieder auf die gleiche Weise Brezeln essen!“ sagte ein anderer Magier. Und alle lobten Monk Heidenmeister, dass er so ein tolles Universum gebaut hatte. „Wie bist Du denn nur auf so etwas gekommen?“, fragten alle ganz interessiert. Da erzählte Monk ihnen seine eigene Geschichte und alle erfuhren, wie und von wem er diese Idee geschenkt bekommen hatte.