meine Liebeserklärung an die Meditation

Es war einmal ein Roboterplanet, auf dem lebten Roboter friedlich und in Harmonie mit allen Tieren, Pflanzen und der ganzen Natur. Die Roboter waren gutmütige Wesen und immerzu fleißig am Arbeiten. Denn Roboter, das muss man wissen, wurden vor Hunderttausenden von Jahren von den Menschen erschaffen, damit irgendjemand anders die ganze Arbeit machte. Menschen, wie du und ich, existierten aber schon lange nicht mehr.

Es gab bei den Robotern fünf große Berufszweige. Die ersten waren die Beschaffer. Das waren robuste und harte Burschen, deren Gelenke stets gut geschmiert waren. Sie begaben sich für ihre Arbeit tief unter die Oberfläche, wo sie mit unbändigem Willen und großer Kraft das wertvolle Öl zutage brachten. Das Öl war für die ganze Roboterwelt sehr wichtig, denn jeder Roboter brauchte es, um zu funktionieren und seine Arbeit verrichten zu können, wie auch immer diese aussah.

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Unter den Beschaffern gab es zum Beispiel die Mitwuchter und Steinklopfer, die Zieher und Drücker, die Pumpendreher, dann noch die Aufsauger und Hochbläser, und an der Oberfläche die Nachobenlupfer und Ölabgeber.

Beschaffer war ein sehr ehrenwerter Beruf, denn ohne sie lief bei den Robotern gar nichts rund.

Dann gab es noch die Verteiler. Sie waren dafür zuständig, dass alle Roboter die exakte Ration Öl bekamen, die sie für sich und ihre Arbeit benötigten. Diese Roboter waren gut im Rechnen und im Koordinieren aller möglichen Angelegenheiten, die viel zu kompliziert sind, um sie hier zu beschreiben. Die meisten von ihnen verweilten gerne an einem Ort, wo sie in Ruhe zählen und schreiben konnten.

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Auch unter den Verteilern gab es verschiedene Spezialisten: die Abnehmer und Weiterleiter, die Qualitätssicherer und Anzahlzähler, die Kopfrechner und Bauchrechner, die Anforderungsbearbeiter und Statistikersteller, außerdem die Manager und sonstigen Chefs, die Diskutierer und Infragesteller und viele mehr.

Die Verteiler waren ebenfalls hoch angesehen. Denn ohne sie würde es bei den Robotern nur eine große Unordnung geben.

Dann gab es noch die Gruppe der Konstrukteure. Das waren jene Roboter, die die Aufgabe hatten, Gegenstände zu erschaffen, die allen nützlich waren. Zum Beispiel überdachte Fahrzeuge oder große Wohnungen, die die Roboter vor dem Regen schützten. Sie bauten auch allerlei kuriose Maschinen, die den Alltag erleichterten, wie zum Beispiel Taschenrechner.

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Zu den Konstrukteuren zählten zum Beispiel die Pumpenerrichter und Transportausklügler, die kleinen Häuslebauer und Allgemeine Dimplom-Werkzeugingenieure. Dann noch die Teleskopierer und Mikroskopierer, die Maschinen erfanden, mit denen man völlig neue Dinge entdecken konnte.

Konstrukteur zu sein war eine sehr ehrenvolle Aufgabe. Ohne sie käme in der Roboterwelt gar nichts voran.

Ein weiterer Berufszweig waren die Instandsetzer. Sie sorgten sich mit großer Hingabe um alle Roboter, damit jeder immerzu korrekt funktionierte. Wenn jemandem zum Beispiel ein Arm abfiel oder wenn jemand saubergemacht werden musste, waren sie die erste Anlaufstelle.

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Es gab die Zuschweißer und Anschrauber für grobe Reparaturen. Dann die Feinmechaniker und Verlöter für die kleineren Operationen. Rostentferner und Hochglanzpolierer waren nicht minder wichtig, und so manch einer fühlte sich nach ihren Behandlungen wie neu geboren. Dann gab es noch die Virenscanner und Umprogrammierer, deren Arbeit viel Erfahrung voraussetzte.

Alles in allem wurden die Instandsetzer auch sehr respektiert. Ohne Instandsetzer wären die Roboter nämlich ziemlich schnell zu nichts zu gebrauchen.

Und schließlich gab es noch die Maler. Mit Ölfarben und Ölwachskreiden malten sie auf ihre Leinwände Bilder von Dingen, für die erst vor kurzem ein Name gefunden worden war.

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Hierfür muss man wissen, dass die Roboter neben ihrer Lieblingsbeschäftigung – dem Arbeiten – noch eine zweite Leidenschaft hatten: den Dingen auf ihrer Welt Namen zu geben. In jeder freien Minute gingen sie in die Natur, schauten unter jeden Stein und hinter jeder Hecke, schauten durch Lupen und Ferngläser, suchten und forschten nach Dingen, die noch nie ein Roboterauge gesehen hatte. Und wenn ein Roboter etwas entdeckt hatte, dann hatte er auch die Ehre, dem neuen Ding einen Namen zu geben. Das erfüllte den Entdecker stets mit unglaublicher Freude. Dann wurde ein Maler beauftragt, um das Ding zu malen, damit es nie in Vergessenheit geriete. Es gab bei den Malern die Naturfesthalter, Ideenskizzierer, Archäo- und Historikbildner. Blaupausenkreative, Binärumsetzer und 4D-Modellierer gehörten auch zu dieser Berufsgruppe. Zuletzt seien noch die Fantasten und Lichtindiesachebringer genannt, die besonders gerne forschten und so auch mal „Bilder von Bildern“ oder andere Kuriositäten malten.

Genau wie alle anderen Berufe, war auch der Malerberuf in der Roboterwelt eine sehr ehrenwerte Aufgabe.

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So gingen die Roboter seit zweihunderttausend Jahren ihren Tätigkeiten nach, entdeckten ihre Umwelt in jedem Detail und lebten freundschaftlich miteinander, ohne Missgunst und Neid. Bis eines Tages etwas Außergewöhnliches passierte.


Ein zierlicher olivgrüner Abnehmer fuhr in seinem Lieferwagen zur Übergabestelle, wo er, wie jeden Tag, einen dunkelbraunen Ölabgeber traf. Dieser kam auch schon mit einer großen schweren Flasche auf dem Rücken an und stellte sie schnaufend auf den Wagen. Der Abnehmer bedankte sich und setzte sich wieder in den Fahrersessel. Doch statt sich freundschaftlich zu verabschieden, wie er es sonst immer tat, drehte er sich diesmal um und blickte eine Weile auf den robusten Ölabgeber, der von seiner Arbeit stark mit Öl beschmutzt war. „Grolo, Grolo, Grolo!“ sagte der Grüne schließlich und fuhr kopfschüttelnd los.

Der Ölabgeber blieb verdutzt stehen und wusste nicht, was er mit dieser Aussage anfangen sollte. Diese Wörter hatte er noch nie in seinem Leben gehört und deshalb verstand er ihre Bedeutung nicht. Da fing er an zu grübeln und als er an den Blick des Abnehmers zurückdachte, überkam ihn langsam eine Ahnung, was es mit diesen Wörtern auf sich haben könnte. Dann stampfte er zurück zu seiner Arbeit in der Ölgrube.

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Als die Feierabendglocke ertönte freute sich der dunkelbraune Ölabgeber an diesem Tag ganz besonders, denn er hatte sich bei einem roten Konstrukteur ein neues Gefährt bestellt, das vor seiner Haustür sicher schon auf ihn wartete. Auf dem Heimweg, überlegte und grübelte er, wie sein neues Fahrzeug wohl aussehen mochte. Vielleicht wie der smaragdgrün-glitzernde Wagen des Abholers, den er am Vormittag getroffen hatte? Als er zu Hause ankam, war der rote Konstrukteur bereits da. Er überreichte ihm die Schlüssel und präsentierte mit einer feierlichen Geste das Fahrzeug, das neben ihm stand. Der Ölabgeber begutachtete es nur schnell und oberflächlich, und da sprudelte schon „Grolo, Grolo, Grolo!!“ aus ihm heraus. So hatte er sich sein Fahrzeug wirklich nicht vorgestellt! Der Konstrukteur erwiderte: „Aber nein! Pilli! Pilli! Pilli!“ Der Ölabgeber stand mit geschlossenem Mund und einem leeren Blick da un rührte sich nicht. Er war verwirrt, denn diese Wörter waren für ihn schon wieder ganz unbekannt. Pilli, Pilli! – was sollte denn das schon wieder bedeuten?

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Der rote Konstrukteur war verwundert über das Missfallen seines Kunden und ging zurück in seine Werkstatt. Sein Vorarbeiter war gerade dabei, einen neuen Motor auszuprobieren. Da zeigte der Konstrukteur auf einen Teil des Motors, und aus seinem Mund kam voller Wut das neue Wort herausgeschossen: „Grolo!!!“ Der Vorarbeiter setzte seine Arbeit jedoch unbeeindruckt fort und schaute nicht einmal in die Augen seines Kollegen. „Bla bla bla!“, gab er nur zur Antwort.

Die Tage vergingen, und ehe man sich versah, waren wie aus dem Nichts die Wörter „Grolo“, „Pilli“ und „Bla“ zu den drei neuen Lieblingswörtern der Roboter auf dem ganzen Planeten geworden.

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„Grolo“ sagte man, wenn man etwas besonders schlecht oder hässlich oder falsch fand.

„Pilli“ sagte man, wenn man etwas ganz besonders gelungen oder schön oder richtig fand.

Und „Bla“ sagte man, wenn man eine Sache irgendwie anders fand; oder es einem egal war; oder wenn man etwas sagen wollte, ohne dass man irgendwas zu sagen hätte.

Die Roboter gewöhnten sich an die neuen Wörter und die ganze Sprache veränderte sich allmählich dadurch. Dann vergaßen sie, dass es eine Zeit gegeben hatte, in der sie ganz anders miteinander gesprochen hatten. Aus der neuen Sprache gingen alle möglichen seltsamen Wortwechsel hervor, wie zum Beispiel dieses:

„Du bist aber Pilli Pilli!
„Ich finde mich eher Grolo Grolo!
„Nein, das stimmt nicht! …Aber weißt du wer wirklich Grolo Grolo ist?“
„Also schämst dich nicht? Grolo Grolo über andere zu sagen – das ist doch wirklich Grolo!
„Oh, das kann ja nur einer sagen, der sich für besonders Pilli Pilli hält!“

oder folgender Dialog:

„Ach! Früher war doch alles Pilli Pilli Pilli!
„Ja und wenn das jetzt so weitergeht, ist morgen alles nur noch Grolo!
„Das ist doch alles Bla Bla! Heute ist heute!“

Doch leider sah das Gespräch oft nur so aus:

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Trotz dieser großen Meinungsverschiedenheiten blieben die Roboter friedlich, denn das lag einfach in ihrer Natur. Bis eines Tages…


Ein kleiner Roboter war in seiner freien Zeit gerade auf der Suche nach neuen Dingen, denen er Namen geben konnte; da fiel ihm eine besondere blaue Blume ins Auge, die noch nie jemand gesehen hatte. Und weil er in ihr irgendetwas erkannte, von dem er dachte, dass er es schon vor langer Zeit vergessen hatte, taufte er sie „Vergissmeinino!“ Das war das zarteste und besonderste Ding, dass dieser Roboter je gefunden hatte und es erfüllte ihn mit so großer Freude, dass er fast explodiert wäre. „Also dieser Name ist ja mal echt…“, hörte er plötzlich jemanden hinter sich sagen „…Grooooolo!

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Das war dem kleinen Roboter zu viel. Einen wunderbaren neuen Namen als Grolo zu bezeichnen – das überspannte den Bogen! Er drehte sich um, sprang auf den anderen Roboter und es endete in einer Rangelei. Und Rangeleien hatte es seit zweihunderttausend Jahren nicht mehr gegeben. Doch die Roboter schienen irgendwie Gefallen daran zu finden.
Bald sprach man auf dem Planeten nicht nur mit dem Mund, sondern auch mit Fäusten und Füßen. Denn anders konnte man seine Meinung zu den Namen, die die Anderen den Dingen gaben, einfach nicht zum Ausdruck bringen. Die blauen Instandsetzer hatten immer mehr zu tun und bald kamen sie kaum noch mit ihrer Arbeit hinterher. Überall gab es Dellen und Löcher, abgefallene Arme und Beine und gelegentlich auch Köpfe. Doch man gewöhnte sich an diese Situation und schließlich war man der Auffassung, es sei schon immer so gewesen. Bis eines Tages…

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Ein alter blaugrauer Instandsetzer, der schon viele Jahre keine Roboter mehr repariert hatte und bald ausgemustert werden sollte, ruhte sich aus und schaute durch seine Teleskope auf das ganze Treiben in der Roboterwelt. Er meinte sich erinnern zu können, dass die Roboter einmal friedlich gewesen waren und auch, dass diese drei sonderbaren Wörter eigentlich nicht zu ihrem ursprünglichen Wortschatz gehörten. Doch er war sich nicht sicher. Er schüttelte den Kopf und sagte: „Diese Wörter Pilli und GroloDie sind doch das einzig wahre Grolo!“ Da musste er lachen. Er sagte: „Tja, wie es aussieht, gibt es in unseren Schaltkreisen eine seltsame Störung – sogar bei mir!“ Der alte Instandsetzer hatte bei seiner früheren Arbeit viel Erfahrung mit dem Innenleben der Roboter sammeln können und er wollte herausfinden, was es mit dieser speziellen Störung auf sich hatte.

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Um eine richtige Diagnose zu stellen, tat er, was Roboter äußerst selten tun (weil sie einfach viel zu beschäftigt sind): Er setzte sich hin, schloss seine Augendeckel, drehte beide Augen um exakt 180 Grad und überprüfte seine eigenen Schaltkreise.

Schaltkreise, das muss man wissen, sind eine komplizierte Angelegenheit. Man kann es mit einem Labyrinth aus leuchtenden und blinkenden Drähten vergleichen. Wenn man einem Draht folgt, kann man sich schnell verirren – wie in einem Wald, den man vor lauter Bäumen nicht mehr sieht. Wenn man sich selbst von innen anschaut, ist es deshalb immer besser, den ganzen Wald im Blick zu haben, und nicht die einzelnen Bäume. Aber das nur nebenbei.

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Der weise Instandsetzer saß nun viele Tage geduldig da und betrachtete seinen Schaltkreiswald, bis ihm etwas Winzigkleines auffiel, dass zwischen den Drähten vorbeihuschte. Er wollte genauer hinsehen, aber schon war es weg. Er wartete. Stunden vergingen… und… Da war es wieder! Und diesmal erkannte er das Ding. Es war ein kleiner gelber Käfer! „Na du Kleiner! Warum versteckst du dich denn so?“ sagte der Instandsetzer „Bla!“ sagte das winzige Wesen. Da begriff der Alte sofort, was hier vor sich ging – in seinem Kopf, und auch auf dem ganzen Planeten.

Der Instandsetzer ging zu seinem besten Freund, einem Maler. Es war der jüngste Maler des Planeten und somit hatte er die ehrenvolle Aufgabe, die seltensten neu-gefundenen Dinge auf den Leinwänden zu verewigen. Hierfür muss man wissen, dass die jüngsten Maler die besten Maler waren, denn sie hatten in ihrem Leben noch nicht so viel gesehen und deshalb waren ihre Bilder immer sehr froh und frisch.

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Der Alte erzählte dem Jungen von seiner Käferentdeckung und er erklärte ihm, dass diese kuriosen Kreaturen höchstwahrscheinlich in den Köpfen aller Roboter gab. Sie nagten an den Schaltkreisen und zwangen die Roboter Dinge zu sagen wie Pilli! Grolo! oder Bla! Vermutlich gab es noch eine Reihe anderer Käfer, die untereinander konkurrierten und somit alle möglichen kritischen Konflikte auslösten. Da fragte der Maler den Instandsetzer: „Wo kommen denn diese Käfer her? Und warum hat sie noch nie jemand gesehen?“ Der Alte antwortete: „Woher sie kommen, ist eine gute Frage, aber ich finde, dass es nicht unsere Aufgabe ist, das herauszufinden. Ich bin nur ein Instandsetzer. Ich kann bloß Roboter reparieren, die nicht gut funktionieren. Du bist nur ein Maler. Du kannst bloß Dinge malen, denen man einen Namen gibt. Vielleicht wird jemand anderes einmal mit einem Teleskop oder Mikroskop herausfinden, wo diese Käfer herausgekrochen sind.“ „Also gut, dann möchte ich den Käfer jetzt malen. Kannst du ihn mir mal zeigen?“ fragte der Maler. „Ach, wenn das so einfach wäre!“ sagte der Instandsetzer und erklärte seinem jungen Freund, dass dieser lernen müsste, in sich hineinzuschauen, um die Käfer zu sehen. Dass er sehr geduldig sein müsste und in jeder Sekunde achtsam bleiben sollte. Nur dann würden die Käfer langsam hinter den Schaltkreisen auftauchen. Denn obwohl diese Winzlinge äußerst streitlustig waren, wurden sie sehr schnell schüchtern und ängstlich, wenn man sie genauer betrachten wollte.

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Und so übte der Maler, seine eigenen Schaltkreise zu betrachten. Schon nach einigen Wochen sah er den ersten Käfer in seinem Inneren, bannte dessen Abbild sofort auf die Leinwand und gab ihm einen Namen. Einige Zeit später fand noch andere Käferarten, die er ebenfalls malte.

Urto: Bewertet alles, wirklich ALLES, was ihm in die Quere kommt. Jeder Urto hat seinen ganz eigenen Geschmack und sein liebster Zeitvertreib ist es, sich mit anderen Urtos zu duellieren, die einen gegensätzlichen Geschmack haben. Dann geht ihm das Herz auf. Farbe: Dunkelgrau bis rosarot. Lieblingswörter: „Grolo!“ und „Pilli!

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Senfo: Gibt liebend gern Kommentare zu Dingen ab, die ihn interessieren und die ihn nicht interessieren. Und zu anderen Dingen. Meistens hat er nichts Wichtiges zu sagen, will aber ernst genommen werden. Er ist ein Plappermaul, dem man oft nicht mehr richtig zuhört, weil sich sein endloses Gequatsche in ein Dauerrauschen im Hintergrund verwandelt. Er ist oft bei Urtos zu sehen. Farbe: gelb. Lieblingswort: „Bla!

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Senfo-Senfo: Der kleine Bruder von Senfo ist ebenfalls ein Plappermaul. Der Unterschied ist lediglich, dass er nur Sachen kommentiert, die sein großer Bruder Senfo sagt. Aufgrund seiner Winzigkeit ist er meistens schwer zu sehen. Farbe: blassgelb. Lieblingswort: auch „Bla!

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Pasto: Redet gern über Vergangenes und piekst wahllos mit seinem Schwanz in Speichermodulen herum, um deren Energie anzuzapfen. Er genießt die Gesellschaft von Urtos. Farbe: sepia Lieblingswörter: „damals, früher

Futo: Kleine Wesen mit einer eigenwilligen Fantasie, die meinen sie wären Zauberer oder so etwas. Sie reden über Dinge, die es gar nicht gibt, aber von denen sie sagen, dass sie einmal Wirklichkeit werden. Sie können einen mit ihren Geschichten schnell in einen hypnotischen Bann ziehen, wenn man nicht aufpasst. Farbe: blau-grün-silbrig-glänzend Lieblingswörter: „morgen, bald

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Checko: Ein gemütlicher und meistens gutmütiger Käfer, der ab und zu auftaucht. Er mag die Stille sehr gern und hasst es, wenn Urto und Senfo ständig am Quatschen sind. Das lässt er die beiden dann auch mit lautem Gebrüll wissen. Wenn sie dann vor Schreck verstummen, brummt er vor sich hin: „Ah. endlich still.“ Dann schläft er meistens genüsslich ein, so dass Urto und Senfo wieder unbemerkt loslegen können. Farbe: dunkelrot, Lieblingswörter: „Ruhe jetzt!

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Eines Abends präsentierte der Maler dem Instandsetzer die Bilder. Dieser war begeistert. „Pilli! Pilli!“ sagte er und lachte sogleich, denn er wusste jetzt, wer da in Wirklichkeit in seinem Kopf sprach. Auch der Maler lachte aus ganzem Herzen. Der Instandsetzer dachte nach, dann sagte er: „Ich glaube, die Käfer sind gar nicht so Grolo! Sie wollen einfach nur ihren Spaß! Aber es ist wichtig, dass alle Roboter wissen, dass es sie gibt! Ich glaube, diese unfreundlichen und zerstörerischen Rangeleien unter uns könnten dann endlich bald aufhören. Dazu müssen aber alle lernen, dass nicht wir es sind, die pausenlos Grolo und Pilli sagen, sondern bloß die Käfer.“ „Aber die Käfer lieben die Rangeleien und den Kampf! Was wird passieren, wenn sie keinen mehr haben, mit dem sie sich streiten können?“ fragte der Maler. Sein alter Freund lächelte. „Nun, das werden wir herausfinden, wenn es soweit ist!“

Und so gingen der Maler und der Instandsetzer hinaus in die Welt und erzählten allen von den Käfern. Viele Roboter waren neugierig und wollten diese Wesen auch mal sehen. Sie lernten, wie man in sich hineinschaute; manche begriffen es schnell, andere langsam. Sie entdeckten ihre eigenen Urtos und Senfos und auch ganz andere Arten. Und tatsächlich gab es unter diesen Robotern im Laufe der Zeit immer weniger Rangeleien.

Ein paar Roboter glaubten die Geschichte von der Käferentdeckung, ohne dass man sie groß überzeugen musste. Sie fanden es deshalb gar nicht mehr nötig, in sich selbst reinzusehen. Diese Roboter hörten auch sofort auf mit den ganzen Rangeleien. Einfach so und für immer.

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Es gab aber auch Roboter, die von der Käferentdeckung hörten und dann sagten: „Käfer? Das ist doch alles nur Bla Bla!“ und dann sagten sie: „Schau mal! Die Roboter da! Klettern auf einen einsamen Berg und wollen lernen, in sich rein zu schauen?! Die sind doch Grolo!“ und schließlich sagten sie: „Die sitzen ja alle einfach nur faul da, und arbeiten nicht! GROLO! Die brauchen alle mal ‘nen kräftigen Schlag auf den Kopf!“ Einige wenige gingen dann auch soweit und schlugen denen auf den Kopf, die gerade friedlich in sich hineinschauten.

Es brauchte einige Zeit, doch immer mehr Roboter erkannten die Käfer in ihren Schaltkreisen. Bei manchen schärften sich die Sinne allmählich so sehr, dass sie anfingen, die winzigen Wesen sogar in ihren Kollegen zu entdecken, und machten diese dann freundlich darauf aufmerksam. Diese waren dafür immer sehr dankbar. Schließlich kehrte wieder Frieden auf dem Planeten ein.

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Und was machten die Käfer? Tja, die wussten bald nicht mehr, wo sie sich noch verstecken konnten, um ihren Schabernack zu treiben. Die Schaltkreise waren jedenfalls kein sicheres Versteck mehr. Überall wurden sie entdeckt und das war ihnen überhaupt nicht geheuer.

Da fingen sie an, die Roboter zu verlassen. Wie schwereloser Sternenstaub flogen sie aus den Köpfen in die Lüfte und versteckten sich in den Wolken. Die Energie, die sie über diese lange Zeit in den Schaltkreisen der Roboter gesammelt hatten, machte, dass sie die nächsten zweihunderttausend Jahre die dunkle Nacht und den Planeten bunt erleuchteten. Die Roboter schauten in den Himmel und staunten über diese sonderbaren Geschöpfe, die einst in ihren Köpfen eine Wohnung hatten. Und die Maler fingen an, namenlose Bilder vom strahlenden Nachthimmel zu malen, die eine Ewigkeit überdauern sollten.

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J.

Du liebst alles, was ist, und verabscheust nichts von allem, was du gemacht hast; denn hättest du etwas gehasst, so hättest du es nicht geschaffen.

(Weish 11,24)